Flexible Arbeitszeitgestaltung

Flexible Arbeitszeitgestaltung

... heißt nicht „Ich komme wann ich will“! Gerade bei einer flexiblen Zeiteinteilung sind deutliche Absprachen umso wichtiger. Hier geht es darum, das klassische Stundenraster aufzubrechen und bei Bedarf die eigene Arbeit zu einer anderen Tageszeit erledigen zu können. Wer Kinder hat oder Angehörige pflegt, ist in der heutigen Zeit auf ein solches Konzept angewiesen. Aber nicht nur Beschäftigte mit Familie legen großen Wert auf eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben. Sie können auch Bewerber damit überzeugen.


Und am Ende gewinnen alle: Mitarbeiter*innen, die ihren Beruf mit ihrem Privatleben vereinbaren können, leisten bessere Arbeit: Sie sind motivierter, engagierter und vor allem sehr loyal. Und weil Ihre Mitarbeiter*innen Ihrem Unternehmen treu bleiben, haben Sie nicht nur bessere Arbeitsergebnisse, sondern sparen Kosten bei der Personalgewinnung.


Ein weiterer Vorteil der flexibleren Zeiteinteilung ist die Möglichkeit, saisonale Schwankungen auszugleichen, z.B. im Sommerloch oder in der arbeitsintensiven Vorweihnachtszeit.

Verschiedene modelle

Das sind die gängigsten Modelle auf einen Blick:

  • Teilzeit: Die Arbeitszeit wird auf eine bestimmte Stundenzahl reduziert. Für das Unternehmen ist das einfach umzusetzen. Die Arbeitszeiten können festgelegt oder variabel eingeteilt werden. Je nach Modell reduzieren die Beschäftigten zum Beispiel ihre Arbeitszeit pro Tag – oder sie haben ganze Tage frei, an anderen arbeiten sie ganztags.
  • Abgestufte Teilzeit: Die wöchentliche Arbeitszeit wird schrittweise erhöht. Das erleichtert zum Beispiel den Wiedereinstieg nach der Elternzeit oder einer längeren Krankheit.
  • Gleitzeit: Es gibt eine feste Wochenarbeitszeit (z.B. 40 Stunden) und eine Kernzeit, in der alle Beschäftigten vor Ort sein müssen. Es steht den Angestellten aber frei, ob sie früher anfangen und früher gehen oder ob sie später zum Dient erscheinen, dafür aber auch später nach Hause gehen.
  • Jobsharing: Zwei Beschäftigte teilen sich eine Stelle. Die Voraussetzung: Beide stimmen sich eng miteinander ab.
  • Arbeitszeitkonten: Aus der Wochenarbeitszeit der Beschäftigten wird die Stundenzahl ermittelt, die sie zum Beispiel innerhalb eines Jahres im Betrieb leisten müssen. Die Beschäftigten können dann mehr oder weniger pro Woche arbeiten. Auf Jahreszeitkonten wird die Zeit gesammelt. Die monatliche Bezahlung bleibt gleich, unabhängig von den tatsächlich geleisteten Stunden im jeweiligen Monat. Arbeitszeitkonten können Unternehmen helfen zum Beispiel saisonale Schwankungen auszugleichen oder Aufträge mit engen Fristen erfüllen zu können. Auch in Phasen geringer Auslastung könnten so Entlassungen vermieden werden. Ihre Beschäftigten können Arbeitszeitkonten nutzen, um sich beispielsweise Sabbat-Jahre, lange Urlaube oder den vorzeitigen Ruhestand zu ermöglichen.

 

Auch kleine Schritte bewegen viel

Jedes Unternehmen ist anders. Nicht überall können alle Maßnahmen vollständig umgesetzt werden. In der Produktion, in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen sind Kunden und Patienten auf den getakteten Schichtdienst angewiesen. Das verstehen auch Ihre Mitarbeiter*innen. Aber auch kleine Maßnahmen können hier schon eine große Wirkung haben. Eine „kleine“ Gleitzeit von 15 Minuten vor und nach der Schicht kann Ihren Mitarbeiter*innen schon helfen ihre familiären Pflichten leichter zu erledigen. So können sie ihre Kinder zur Betreuung bringen und dort abholen oder einen Angehörigen pünktlich zu einem Arzttermin begleiten. Kleine Dosis – große Wirkung.

 

pausen effizient nutzen

Sind die Pausenzeiten bei Ihnen festgelegt oder flexibel? Wie lang sind sie? Eine flexible Pausenregelung erlaubt es Ihren Angestellten zum Beispiel in der Mittagspause Einkäufe zu erledigen oder Angehörige zum Arzt zu begleiten, ohne dabei die Arbeit zu vernachlässigen.

Handlungsleitfaden zum herunterladen

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