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Nachbericht: Unternehmen der Region Aachen im Home Office

Rechtliche Belange und praxisnahe Erfahrungen im Rahmen der Weiterbildungsakademie

Seit ein paar Monaten begleitet uns das Thema Mobiles Arbeiten und Home Office stärker denn je. Viele Unternehmen haben ihre Mitarbeiter*innen „von jetzt auf gleich“ von zu Hause aus arbeiten lassen, sofern die Tätigkeiten dafür geeignet waren. Selbst

Unternehmen, die bisher kaum oder gar nicht Home Office Regelungen anboten. Dadurch bieten sich verschiedene Chancen und Möglichkeiten für Arbeitgeber*innen und Mitarbeiter*innen. Die Arbeit kann u. a. weiterhin ausgeführt werden, die Arbeitgeberattraktivität wird gesteigert und nicht zuletzt spielt dies auch der Familienfreundlichkeit zu, da Kinder und

pflegebedürftige Angehörige weiterhin zu Hause betreut werden können. 

 

Doch wo liegen die Grenzen? Was gilt es zu beachten bei einer beständigen Etablierung des Home Offices? Gibt es klare Regelungen im Hinblick auf Arbeits-/Gesundheitsschutz, Arbeitszeit und Datenschutz? Liegt eine Betriebsvereinbarung vor? Was sind Ansprüche und Pflichten aus Unternehmens- aber auch aus Mitarbeiter*innenseite? Wie sehen die Gestaltungsmöglichkeiten aus?

Am Donnerstag, den 08.10.2020 fand daher unsere digitale Veranstaltung „Unternehmen der Region Aachen im Home Office: Rechtliche Belange und praxisnahe Erfahrungen“ im Zuge der Weiterbildungsakademie für unsere Mitgliedsunternehmen statt. Zu Beginn stellten sich die Teilnehmer*innen kurz vor und benannten jeweils eine positive und eine negative Erfahrung, die sie mit mobiler Arbeit erlebt haben. Nach einer Begriffsabgrenzung zwischen Home Office und Mobiler Arbeit referierte die Rechtsanwältin für Arbeitsrecht, Kathrin Hartmann (Culture your System), einerseits aus Personalersicht (als Angestellte eines Konzerns) und andererseits aus der Beraterbrille als Selbstständige, welche Aspekte und Gestaltungsmöglichkeiten zur erfolgreichen Etablierung von mobiler Arbeit beachtet werden müssen. „Warten Sie nicht ab, bis vom Gesetzgeber etwas kommt“ empfahl Frau Hartmann unseren Netzwerkmitgliedern. Es bestehe kein Rechtsanspruch auf mobile Arbeit und es gebe das Prinzip der „Doppelten Freiwilligkeit“ für die Beschäftigten sowie die Unternehmen, wobei letztere die Rahmenbedingungen vorgeben. Auch Fragen seitens der Mitgliedsunternehmen konnten zwischen den einzelnen Themenblöcken geklärt werden.

 

Nach einer kurzen Pause stellte Barbara Frett (Frettwork network GmbH) als Verfechterin von Home Office ihr kürzlich erschienenes Buch „Der Praxisguide Home Office – Was Arbeitgeber wissen sollten – Organisation, Arbeitszeiterfassung,

Fallstricke“ und erzählte aus unternehmerischer Sicht, weswegen sie in ihrem Unternehmen von Beginn an mobile Arbeit einführte und welche Vorteile Beschäftigte und Unternehmen dadurch haben. Auf unsere Region bezogen wies Frau Frett die Grenzgänger hinsichtlich der Besteuerung des Arbeitsentgelts auf die 183-Tageregelung hin und empfahl „Sprechen Sie mit Ihrem lokalen Steuerberater“.

Im Anschluss daran berichteten die Vertreter*innen unserer Mitgliedunternehmen über ihre eigene Situation, vor allem während der Corona-Zeit. Dabei tauschten sie verschiedene Ideen und spannende Lösungsansätze, zum Teil auch sehr persönliche Erfahrungen, aus.

 

Wir freuen uns über die rege Teilnahme und sind gespannt auf die nächste Veranstaltung unserer Weiterbildungsakademie. Werden Sie Mitglied in unserem Netzwerk und seien Sie dabei!

 

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