Steuererleichterung: bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Arbeitgeber können außergewöhnliche Betreuungsleistungen steuerfrei erstatten und Familien mit geringem Einkommen erhalten Schutz

 


Zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf können zusätzlich erbrachte Arbeitgeberleistungen bis zu einem Betrag von 600 Euro im Kalenderjahr je Arbeitnehmer steuerfrei bleiben.

 


•    Zu beachten ist: Der zusätzliche Betreuungsbedarf muss aus Anlass einer zwingenden und beruflich veranlassten kurzfristigen Betreuung eines Kindes unter 14 Jahren entstehen. Bei behinderten Kindern, die außer Stande sind, sich selbst zu unterhalten, und bei denen die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist, gilt dies auch, wenn das Kind 14 Jahre oder älter ist. Begünstigte Betreuungsleistungen liegen auch vor, wenn sich der Arbeitnehmer um einen pflegebedürftigen Angehörigen kümmert, auch wenn dies im privaten Haushalt des Arbeitnehmers stattfindet.
•    Das Vorliegen eines zusätzlichen Betreuungsbedarfes wird unterstellt, wenn der Arbeitnehmer aufgrund der Corona-Krise zu außergewöhnlichen Dienstzeiten arbeitet oder die Regelbetreuung der Kinder infolge der zur Eindämmuang der Corona-Krise angeordneten Schließung von Schulen und Betreuungseinrichtungen (aktuell zum Beispiel Kindertagesstätten, Betriebskindergärten, Schulhorte) weggefallen ist.
•    Von einer kurzfristig zu organisierenden Betreuung ist so lange auszugehen, bis die entsprechenden Betreuungseinrichtungen ihren regulären Betrieb wiederaufnehmen können. Bei Barleistungen des Arbeitgebers müssen dem Arbeitnehmer entsprechende Aufwendungen entstanden sein. Die steuerfreien Leistungen sind im Lohnkonto aufzuzeichnen.

 


Für Familien mit geringem Einkommen bieten folgende Punkte Schutz:


•    Lebensunterhalt und Miete:
Durch den vereinfachten Zugang zur Grundsicherung können Lebensunterhalt und Mietzahlungen in der Krise trotz Verdienstausfall abgesichert werden. Für eine Beantragung müssen Familien in den nächsten sechs Monaten weder Vermögensverhältnisse offenlegen noch Ihr Vermögen antasten. Und auch die Wohnung muss nicht gewechselt werden. Sie müssen lediglich verbindlich erklären, dass sie über kein erhebliches Vermögen verfügen. Damit die Leistungen sehr schnell ausgezahlt werden können, werden Anträge auf Grundsicherung vorläufig bewilligt. Die übliche Bedürftigkeitsprüfung erfolgt erst dann, wenn sie auch nach den sechs Monaten auf die Grundsicherung angewiesen sind. Alle Details zur konkreten Antragstellung finden Sie unter www.arbeitsagentur.de/corona-faq-grundsicherung.
•    Vereinfachten Zugang zum staatlichen Kinderzuschlag:
Familien mit geringem Einkommen können einen monatlichen Kinderzuschlag (KiZ) von bis zu 185 Euro erhalten. Wenn sie zum Beispiel aufgrund von Kurzarbeit vorübergehend weniger Lohn erhalten, könnte dieser Kinderzuschlag das Einkommen erhöhen. Auch hierfür wurden die Voraussetzungen vereinfacht. Ob für ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht, können Familien mit dem KiZ-Lotsen der Familienkasse prüfen. Die Beantragung ist digital unter https://con.arbeitsagentur.de/prod/kiz/ui/start möglich.
•    Erstattung Lohnausfälle, wenn Kinder zu Hause betreuen müssen.
Mögliche Lohnausfälle aufgrund von Betreuung von Kindern unter 12 Jahren werden zu weiten Teilen ausgeglichen. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann.
•    Mietverhältnis:
Das Mietverhältnis darf vorerst nicht gekündigt werden, wenn es wegen der Corona-Krise zu Verzögerungen bei den Mietzahlungen kommt. Und auch Leistungen der Grundversorgung (Strom, Gas, Telekommunikation, soweit zivilrechtlich geregelt auch Wasser) dürfen nicht verweigert werden, wenn Zahlungspflichten krisenbedingt nicht sofort nachgekommen werden kann. Diese Regelung gilt bis zu 30. Juni 2020.

 

Gut zu wissen:

Das Bundesministerium der Finanzen und die obersten Finanzbehörden der Länder haben verschiedene steuerliche Erleichterungen beschlossen, um die von der Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerpflichtigen zu entlasten. Weitere Fragen und Antworten zum Thema „Steuern in der Corona-Zeit“ und „Schutz für Familien mit geringem Einkommen“ finden Sie hier:

 

1. FAQ zum Thema Corona vom Bundesfinanzministerium

2. Artikel "Corona-Schutzschild für Familien mit geringem Einkommen" vom Bundesfinanzministerium

 

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