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Homeoffice in Zeiten von Corona

Wie und warum unser Mitgliedsunternehmen ene't GmbH Homeoffice nutzt

"Als familienfreundliches Unternehmen – und in diesem Sinne haben wir immer sehr wahrhaftig agiert – sind flexible Arbeitszeiten bei uns seit jeher selbstverständlich. Das geht sogar so weit, dass wir die politischen Diskussionen in Zusammenhang mit Rückkehr von Teilzeit zu Vollzeit etc. immer belächeln. Bei uns bestimmt jeder Mitarbeiter selbst seine Wochenarbeitszeit. Wenn jemand - egal aus welchen Gründen - Stunden reduzieren möchte, dann wird das ermöglicht. Die Arbeit wird im Team verteilt und wir haben noch erlebt, dass das dann nicht funktioniert hätte. Ein Aufstocken von Arbeitszeit ist bei uns sowieso immer willkommen, da es genug Arbeit gibt!

 

Im Zusammenhang mit dem Homeoffice ist häufig von Vertrauen die Rede. Wir haben dieses Grundvertrauen in unsere Kollegen, und meine persönliche Meinung dazu ist: wenn sich jemand drückt und keine Lust hat zu arbeiten, kann er das auch im Büro. Dazu muss er nicht ins Homeoffice wechseln. Wir arbeiten mit einer elektronischen, minutengenauen Zeiterfassung, alles wird abgerechnet.

Unser Eindruck ist vielmehr, dass sich die überwiegende Mehrzahl der Mitarbeiter im Homeoffice erst Recht ins Zeug legt und beweisen will, dass er/sie von zuhause zuverlässig arbeitet. Hinzu kommt ja noch, dass viel der geleisteten Arbeit auch nachvollziehbar ist. Es würde also auffallen, wenn sich zuhause jemand „verdrückt“.

 

Gerade in der aktuellen Situation, in der zuhause unter Umständen auch noch Kinder zu betreuen oder sogar zu beschulen sind, bieten wir den entsprechenden Mitarbeitern aber individuell noch flexiblere Modelle hin – bis dahin, dass keine Zeiten mehr erfasst werden, sondern ohne Kontrolle die Regelarbeitszeit abgerechnet wird.

 

Ich habe dann aber darüber nachgedacht, dass der gute Wille und Familienfreundlichkeit alleine nicht ausreichen, man braucht ja auch eine technische Ausrüstung, um die Mitarbeiter vom Homeoffice aus effektiv in die Arbeit zu bringen. Für unser Geschäft, bei dem wir der deutschen Energiewirtschaft Daten und Services rund um die Uhr zur Verfügung stellen, benötigen wir in jeder Hinsicht eine hohe Technisierung.

 

Insgesamt bin ich der Auffassung, dass die Corona-Krise die Digitalisierung in Deutschland ein ordentliches Stück voranbringen wird, weil jetzt viele Zweifler die Vorteile sehen. Um die Mitarbeiter ins Homeoffice zu bringen, ist bei all denen, die sich bisher nicht damit befasst haben neben der „Kulturfrage“ natürlich die Technik der Knackpunkt. Daher wird es jetzt nicht so einfach möglich sein, auf Homeoffice umzustellen. Die benötigte Hardware ist derzeit nur sehr schwer zu bekommen. Da gibt es enorme Lieferengpässe. Da gibt es also für viele Unternehmen viel zu tun!

Und wir sind in der jetzigen Situation froh und dankbar mit Recht sagen zu können, dass wir ein Vorreiter in der Digitalisierung sind!"

 

Helga Kockerols-Eßer, Leiterin Personal und Finanzen ene't GmbH

 

 

Wie konnten Kollegen der ene't GmbH in der aktuellen Situation so schnell ins Home-Office migrieren?

"Um diese Frage zu beantworten muss man ein gutes Stück in die Vergangenheit der Firmengeschichte reisen. Denn die Arbeit vom Heimarbeitsplatz ist für ene't seit Jahren ein fester Bestandteil des täglichen Büroalltags.

 

Bei diesem modernen Unternehmen wurde schon früh in die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und deren Vernetzung untereinander eingezahlt. Es macht wenig Sinn, einen Prozess aus der physischen Welt in eine isolierte IT-Lösung zu verpacken. Richtig Spaß macht es doch erst, wenn all diese Prozesse nahtlos ineinandergreifen und jeder Mitarbeiter, unter Berücksichtigung seiner Zugriffsrechte, auf diese Daten von "überall" zugreifen kann. Daher stehen nahezu alle benötigten Informationen, Dokumente, Projektplanung und weitere Dienste als Browserlösung zur Verfügung.

 

Für den Großteil dieser Lösungen benötigt der Mitarbeiter also nichts weiter als ein firmeneigenes, mobiles Endgerät mit einem Zugang zum Netzwerk, außerhalb der Firma via VPN, und einen modernen Webbrowser. Für vereinzelte Spezialanwendungen muss dann zwar doch eine Terminalserverfarm herhalten, aber das ist die Ausnahme. Da wir diese Anwendungen als Remote-App zur Verfügung stellen, ergibt sich in der Bedienung praktisch kein Unterschied zwischen einer lokalen- und einer remote-Applikation.

Die Endgeräte der meisten Mitarbeiter sind bereits mobil. Klassische Desktop-PCs werden seit einiger Zeit praktisch nicht mehr angeschafft und Tischtelefone sucht man in der Regel vergeblich. Statt des Tischtelefons werden Headsets in Verbindung einer webbasierten, selbst gehosteten SIP-Telefonanlage genutzt.

 

Webmeetings werden bereits, bedingt durch die bestehende Möglichkeit des Heimarbeitsplatzes, mehrfach täglich von den meisten Mitarbeitern genutzt und sind vollständig in die tägliche Arbeit integriert.

Betreibt man dann noch ein eigenes Rechenzentrum und kann Ressourcen selbst skalieren bleibt in einer solchen Ausnahmesituation für die Mitarbeiter nicht viel mehr zu tun, als sich mit dem mobilen Endgerät ins heimische Büro zu begeben und einfach zu arbeiten. Natürlich war das zu Beginn dieser Krise nicht bei 100% der Mitarbeiter gegeben, aber mit einem guten Kontingent an eigener Ersatzhardware konnten, bis auf sehr wenige Ausnahmen, alle Mitarbeiter mit Laptops und Headsets ausgestattet werden.

 

Nicht zu vernachlässigen ist die Vollverschlüsselung der mobilen Endgeräte selbst und die der Kommunikationswege. Wenn die Kollegen schon die vertraute lokale Umgebung verlassen, dann doch bitte sicher.

Durch die ISO:27001 Zertifizierung agieren wir bereits vielschichtig auf einem sehr hohen Niveau der Ausfallsicherheit.

Eine performante und redundante Internetanbindung gehört genauso zu den Voraussetzungen, wie mobile Endgeräte, wenn der heimische Arbeitsplatz zuverlässig und performant betrieben werden soll. Natürlich benötigt auch der Mitarbeiter daheim eine Breitbandanbindung. Da aber der absolute Großteil der Daten innerhalb des Rechenzentrums verarbeitet wird und praktisch nur die "sichtbaren" Informationen an den Webbrowser des Endgerätes übertragen werden ist auch ein Arbeiten aus dem Mobilfunknetz in aller Regel problemlos möglich."

Peter Krahe, IT ene't GmbH