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Home-Stories • Spannung, Spiel und viel…. Flexibilität!

Wie läuft‘s bei euch?

Mein Mann und ich arbeiten aktuell beide aus dem Home-Office heraus und da die KiTa geschlossen hat, sind unser drei- und unser fünfjähriger Sohn ebenfalls bei uns und möchten gerne bespaßt werden. Zu Beginn lief es hier drunter und drüber, aber inzwischen haben wir uns in unseren neuen Rhythmus gut organisiert eingefunden. Ich arbeite vormittags, wenn mein Mann keine wichtigen „Termine“ – im Sinne von Telefonkonferenzen – hat, meistens in einem Kinderzimmer, während er am Küchentisch mit Laptop die Stellung hält und arbeitet. Gegen Mittag löse ich meinen Mann ab, damit dieser konzentriert arbeiten kann.

 

Was hilft jetzt euch und euren Kindern (Tipps)?

Uns helfen vor allem gute Planung und Struktur. Mein Mann und ich gehen morgens den Arbeitstag durch und planen, wann wir wichtige Termine haben oder Ruhe zum konzentrierten Arbeiten benötigen. Die Kinder „arbeiten“ auch und spielen Lego, puzzlen oder machen Arbeitsblätter – d.h. Vorschulheftchen und Ausmalbilder. Der WDR hat zu Zeiten des Corona-Virus das Programm für Kinder und Jugendliche ausgeweitet, so dass bei uns um 11.30 Uhr „Die Sendung mit der Maus“ läuft. Da wir vormittags dem Bewegungsdrang unserer Kinder auch nachkommen möchten und wir keinen Garten haben, nehmen wir gerne das Mitmachprogramm von „ALBAs täglicher Sportstunde“ in Anspruch, welches entweder live oder als Aufzeichnung auf YouTube für die unterschiedlichen Altersgruppen abrufbar ist und für Bewegung und Spaß im Wohnzimmer sorgt.

 

Da ich Teilzeitkraft bin, habe ich den Nachmittag frei, gehe mit den Kindern spazieren oder wir spielen Spiele, basteln für Ostern und lesen Bücher. Auch unsere Kinder haben einen Regenbogen ausgemalt und ins Fenster gehängt, so dass dieser für andere Kinder ersichtlich ist. Wir finden, dass das eine ganz tolle Aktion ist, die in Italien ihren Ursprung findet, und haben auch in unserem Wohngebiet schon andere bunte Regenbögen gesichtet, die von Kindern gemalt wurden und somit „Farbe bekennen“ zu Hause bleiben zu müssen.

 

Unsere neueste Errungenschaft ist eine Belohnungstafel für Kinder – eine magnetische Wand mit Wochenplan und Tagesansicht, auf welche Aufgaben für die Kinder befestigt werden können, wie "nicht hauen", "das Spielzeug einsammeln", "Hände waschen". Eigentlich alles selbstverständliche Dinge im Alltag – jedoch führt dieses ständige „Aufeinanderhocken“ unter den Kindern in der jetzigen Situation zu größeren Reibereien, so dass sie sich bei Einhaltung der "Aufgaben" auf Belohnungs-Sternchen freuen. Diese sind wiederum an reale Belohnungen zum Ende der Woche gekoppelt. Dieses Vorgehen erleichtert die Struktur im Alltag und hat sich bisher als gutes Mittel bewährt.

 

Was war das Außergewöhnlichste in den letzten Wochen, was ihr als Familie und Arbeitnehmerin lernen durftet?

Die Möglichkeit vom Home-Office-Modell Gebrauch zu machen, ist vom Region Aachen Zweckverband als zertifiziertes familienfreundliches Unternehmen schon längst etabliert und funktioniert auch prima. Auch, wenn in Ausnahmesituationen aus irgendwelchen Gründen eines der Kinder von zu Hause aus betreut werden muss. Das Kind kann betreut werden und gleichzeitig kann ich als Arbeitnehmerin die berufliche Arbeit von zu Hause aus leisten.

 

Außergewöhnlich ist für uns, dass beide Eltern und beide Kinder zur gleichen Zeit von zu Hause aus Arbeit und Spiel nachgehen, und während z.B. eines Telefonats schon einmal im Hintergrund die Kindermusik läuft. Wir nehmen es mit Humor, das lockert die Stimmung in der aktuellen ernsten Situation, denn wir dürfen nicht vergessen: Wir sitzen alle in demselben Boot und haben unseren Alltag zu meistern.

 

Als Arbeitnehmerin bin ich sehr dankbar über die Möglichkeit aus dem Home-Office arbeiten zu dürfen. Zum einen, da es noch längst nicht in jedem Berufsstand in der aktuellen prekären Situation möglich ist den Beruf (im Home-Office) ausüben zu können. Und zum anderen, weil mein Arbeitgeber uns diese Chance anbietet und uns das Vertrauen schenkt auch ohne Präsenz, nämlich ergebnisorientiert, zu arbeiten. Der regelmäßige Kontakt zu meinen Kolleginnen, wovon auch einige im Home-Office arbeiten, ist ebenfalls gegeben. Wir führen Video- und Telefonkonferenzen und stimmen uns so über Aufgabengebiete und weitere Vorgehensweisen ab.

 

Die derzeitige Ausnahmesituation bietet nichtsdestotrotz auch Chancen: Wir denken darüber nach wie wir zukünftig unsere Dienstleistungen zum Teil digital anpassen und flexibel gestalten können, um optimal für unsere Kunden präsent zu sein und interessante Inhalte und Beratungsangebote anbieten zu können.

 

Beitrag und Bild von: Jennifer Andres